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"Hä?",werden sich eventuell einige fragen. Warum denn WIR UNS? Berechtigte Frage, denn oft heißt es ja, das der Staat uns gläsern macht. Dem mag vielleicht auch so sein, wobei ich persönlich das vielleicht streichen würde, aber das steht hier mal nicht zur Debatte.
Zu Anfang ein Dank an WenzX und meine Freundin, mit denen ich das Thema schon einmal diskutiert/besprochen habe. Vielleicht finden sich ja noch ein paar mehr mit denen man darüber reden kann.
Um letztlich auch zum Thema zu kommen:
Ich sehe und erlebe oft, wie sich Menschen, das Alter sei jetzt nicht relevant, im Internet auf den vielzähligen Social Networks, ein Wettrennen in der Disziplin: "Wer hat die meisten Freunde" liefern. Wobei sich bei dem Wort Freunde in diesem Zusammenhang die Fußnägel hochrollen. Denn laut Wikipedia (und da stimme ich auch zu) wird Freund so definiert: "Ein Freund ist ein sehr nahestehender Mensch, für den man freundschaftliche und kameradschaftliche Gefühle entwickelt hat.". Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber auch nach mehrfachem Lesen dieser Definition oder Begriffserklärung, bin ich noch nicht auf so etwas wie: "Freunde sind Menschen die man flüchtig irgendwo mal gesehen hat." oder "Freunde sind Menschen mit denen man fünf Nachrichten ausgetauscht hat, in denen man hauptsächlich sinnlose und banale Sachen austauscht.". Und genau diese Sorte von Bekanntschaften (Selbst das wäre zu viel!) wird leider dann als Freund getaggt in diversen Social Networks. Gut man könnte darüber hinweg sehen, wenn man denn mit diesen Menschen nicht in elektronischer Form sein Leben teilen würde. Nun kommen wir endlich zum Hauptthema und um das ganze etwas lebhafter zu gestalten werde ich die Rahmenbedingungen etwas näher erläutern:
Nehmen wir eine fiktive Person, die sich gerade mit heidiXYZ123 ein oben genanntes Freundewettrennen liefert, und nehmen wir an die genannte Person würde "Klara" heißen - alles rein fiktiv und erdacht. Nun ist es so das sie schon fast am Friend-Cap von "SchuelerSchlagenSchueler.nn.xD.com" und schickt gerade eine Freundschaftsanfrage zu xXmachoman9182, welcher damit ihr "Freund" Nummer 879 ist. Zum Glück hat er angenommen und nach der 7. Nachricht sich als eeeeeecht nett erwiesen und sogar schon nach einem Treffen gefragt! WOW! - Aber diese Problematik die sich hier auftun könnte behandel‘ ich wann anders.
Nach drei Tagen geht es Klara ziemlich schlecht, denn xXmachoman9182 war beim ihrem Treffen doch nicht so nett und irgendwie wollte er nur mit ihr schlafen. Natürlich bleibt er dennoch in der Freundesliste - vielleicht wird er sich ja ändern oder sie hat sich in ihm geirrt. Also schreibt Klara in einer Statusnotiz: "Oh mahn, der schien mir so nett. Das koztt mich vol an ey un kein Plan wat ich jetz machen soll. Alle Männer sind doff!!!!!1111einseinself :( :( :( :(". Die Statusnotiz können alle Freunde lesen und somit (im Idealfall) wissen nun 879 Leute, dass es Klara schlecht geht. 879 Leute wissen das es sich um einen Typen dreht und einige denken sich bei der Nachricht vielleicht sogar: "Schlampe." oder "Uii, die ist sicher leicht zu kriegen!". Wahrscheinlich denken sich jetzt viele schon worauf ich hinaus will, denn Klara hat sich mit dieser Nachricht soeben gläsern gemacht für mindestens 879 Menschen.
Da ja alle diese Leute laut Definition kameradschaftliche und freundschaftliche Gefühle für Klara hegen MÜSSTEN, sollte sie jetzt exakt 879 Nachrichten (Idealfall) in ihrem virtuellen Briefkasten haben. Denn alle sollten ja nun wissen wollen was genau los ist und wie sie ihr denn eventuell helfen könnten. Klara aktualisiert aller fünfzehn Minuten den Posteingang: "Sie haben keine neuen Nachrichten.", mehr wird sie nicht vorfinden. Trotzdem wissen nun 879 Menschen wie es ihr geht. Zudem kennen sie die neusten Partybilder auf denen man Klara in extravaganten Posen alle ihren blanken Hintern präsentiert oder das Klo vollkotzt. Nicht zu vergessen die Fotos mit tiefem Ausschnitt - welche ihr schon zu Anfang 300 Freundschaftsanfragen einbrachten. Das war ein toller Tag, erinnert sich Klara.
Viele von euch werden jetzt sicher das Lesen dieses Posts unterbrechen und kommentieren: "Loooool, der Reygh hat ja mal garkein (GAR KEIN!) Plan von Social Netw0rkz! Da kann man doch einstellen wer was sehen darf. Rofl! Noob! Depp!". Na gut, in gewissen Punkten haben diese Leute sogar recht! Man KANN das einstellen, doch oft ist es doch so das KANN ungleich GEMACHT ist. Meist geht man so streng mit den Wer-Darf-Was-Sehen-Einstellungen wie bei der Einladung von Freunden - bei 879 Menschen in der Freundesliste muss ich diese Aussage nicht näher erläutern. So können doch alle irgendwie ein paar Fotos sehen, die ja eigentlich nicht sooooo peinlich sind und die Statusnotizen enthalten ja auch nichts Schlimmes.
Doch gehen wir doch mal davon aus, das der zukünftige Chef über seinen Bewerber recherchiert und sogar auf das Profil von Klara bei "SchuelerSchlagenSchueler.nn.xD.com" stößt. Nun ja, alle die nicht auf der Freundesliste stehen können auch nicht auf das Profil einsehen aber hey. Es wird ein neues Profil erstellt, nennt sich suezzz0rBoy1, stellt das Fotos von einer total knuffigen, blonden Type rein und schreibt Klara ein nettes: "Hi! Wie geht's?" - keine zwei Sekunden später erhält suezzz0rBoy1 eine Freundschaftsanfrage und kann sowohl Partybilder, wie auch die Statusnotizen der letzten drei Jahre einsehen.
Das Ende vom Lied und der gläsernen Klara: Sie erhält eine total unerwartete Absage von der Firma, bei der sie sich beworben hat, aber freut sich über den neu erworbenen Freund (der seit Tagen nichts mehr schreibt) und will sich auf jeden Fall mal mit ihm treffen.
Denkt mal drüber nach.
regards,
Reygh
PS: Das Thema wurde sicher schon oft diskutiert und ich bin mir bewusst das ich nicht der Erste bin der dazu eine Blogeintrag oder Ähnliches verfasst hat. Ich mache es trotzdem, weil ich es kann.

Das Hauptproblem an der ganzen Geschichte sind die Menschen die dann ankommen und sagen "ist mir doch egal" da sollte man stets antworten mir ja auch!! genauso wie deinen 850 fast Freunden!! aber deinen zukünftigen Arbeitgeber oder Perversen Triebtätern ist damit echt geholfen.
AntwortenLöschenUnd wo die Daten noch alles hin wandern werde ich sicherlich in meinen nächsten Artikel mal verfassen damit man mal sieht wer alles mit unseren Daten Arbeitet und das es für solche Daten sogar einen Richtigen Markt gibt.
Sehr guter Artikel Reygh
Danke mein Guter =) Auf die Problematik "Triebtäter" und ähnliche Unannehmlichkeiten gehe ich in meinem nächsten Post an ;)
AntwortenLöschenIch freu mich dann schon auf deinen Artikel über den Datenhandel. Ein wenig weiss ich zwar auch was da so ab geht, aber das überlass ich dir, du hast da sicher mehr Ahnung.