Welcome

G'Day,

ich freue mich das ihr auf meinen Blog gefunden habt. Sei jetzt mal dahin gestellt wie ihr hier her gekommen seid und warum ihr euch hierfür interessiert - falls ihr euch hierfür interessiert.
Ob nun durch göttliche Fügung oder zufällig auf seite 2.884.920 bei der Google-Suche nach "Blog" geklickt (Zahl erdacht - Angabe ohne Gewähr), nun seit ihr hier. Lasst die geistigen Ergüsse auf euch einwirken und vielleicht gibt es so manche Passage die euch zum nachdenken anregt.
Eure Meinung zu meinem Geschriebenem ist mir wichtig. Ihr könnt mir auf jedem beliebigen Weg, den ihr wollt mir diese mitteilen. Vielleicht kann man ja auch mal ein wenig über Themen diskutieren?
Ich werde jedenfalls darauf achten keine Post zu veröffentlichen die sinnentleerte Inhalte wie: "Ich war heute einkaufen - Wurst ist allle.", aufweisen. Nein es sollen euch Texte und Videos erwarten die es wert sind zu lesen.
Ihr könnte mich ruhig auf Rechtschreibfehler oder ähnliches aufmerksam machen, bin für alles Dankbar.

regards,
Reygh

Sonntag, 26. Juni 2011

Nikon Fotowettbewerb.

G'Day,

Zur Zeit veranstaltet Nikon einen Fotowettbewerb: IchBin-Fotowettbewerb. Schaut mal rein, sind ein paar echt gute Beiträge dabei oder erstellt selber ein Bild.
Und wenn ihr schon mal dort seit gebt doch eure Stimme hierfür ab: "Ich bin das Leben".

Regards
Reygh

PS: Nächster Blogeintrag ist bereits in Arbeit!

Mittwoch, 15. Juni 2011

Weichspüler im Kinderzimmer

G'Day

Ist das nicht schön, wenn man am letzten Tag vor diversen Feiertagen einkaufen geht und in den Supermärkten die Bevölkerungsdichte auf 10 Einwohner pro Quadratmeter ansteigt? Die Kassen sind übervoll und trotzdem sieht die Geschäftsleitung keinen Grund Kasse 5, 6, 7, 8, 9 und 10 zu besetzen. So schlängelt man sich durch die Reihen der Wartenden, um noch zum letzten Regal zu gelangen, dem Regal wo der letzte Artikel steht der noch auf dem kleinen Einkaufszettel zu lesen ist – dann endlich raus aus dem Moloch der einen 2 Stunden gefangen hält, die Strafe dafür, dass man Mehl und Butter vergessen hat, obwohl man extra lange vor den Feiertagen einkaufen war.
Nun endlich steht man in der Reihe und muss stehen bleiben, denn ein sehr schönes Naturschauspiel findet vor dem eigenen Einkaufswagen statt: Da liegt der kleine Junge quer auf den Boden im Gang, trampelt und schlägt um sich, Tränen schießen dem kleinen vor Wut in die Augen und du fragst dich: "Verdammt was ist denn mit dem passiert? Der Arme Junge!". Dann hört man, was er mit quengeliger Stimme heraus bringt: "ICH WILL DAS ABER HABEN! ICH WILL, ICH WILL!". Als wäre das schon nicht genug, stellt sich natürlich das Muttertier brav in die einzige Lücke durch die man mit dem Einkaufswagen noch hätte durch kommen können und redet gut auf ihren Kleinen ein: "Nein Justin Kevin Anton, ich habe dir gesagt das du das nicht haben darfst.", noch bevor man mich um gucken konnte, wo denn noch die anderen zwei genannten Kinder seien, ging die, als Kuschelkurs raffiniert getarnte Erziehung weiter: "Justin Kevin Anton, ich wiederhole mich nicht noch einmal...", wie sie jetzt schon das vierte mal sagte, "... steh bitte auf! Sonst wird die Mama aber böse.". Nun kann man förmlich erkennen, dass der kleine Justin Kevin Anton ihr endlich seinen Respekt zollte und kreischte noch lauter als zuvor: "ICH WILL ABER!".
Schweiß steht der Mutter um Gesicht und mit entschuldigendem Lächeln sagt sie: "Ach eigentlich ist er ja ein ganz lieber.". Was in der Tat sogar stimmt, hätten sich seine Eltern nicht fatalerweise entschieden ihn auf diese Art zu erziehen und ihn obendrein auch noch Justin Kevin Anton zu nennen, Mercedes ist doch auch ein schöner Name. Die Mutter beweist dann ungefähr fünf Minuten das Konsequenz heisst, auch Holzwege zu ende zu gehen und transportiert den kleinen Strampler an einer Hand ab. Man geht endlich zum letzten benötigten Artikel im Regal und reiht sich seelenruhig in die Warteschlange ein, die nun mittlerweile bis zur Rolltreppe in den ersten Stock reicht.

Es ist glaube ich unschwer zu erkennen, worauf ich hinaus möchte: Und zwar auf die Alcopops unter den Erziehungsmethoden, sie sehen harmlos und lustig aus, schmecken auch gut, haben jedoch bei übermäßigem Genuss eine verheerende Wirkung. Nun denn, an und für sich klingt das Bild der Antiautoritären Erziehung ja ganz nett: "Kinder sollen sich zu selbstbewussten, kreativen, gemeinschafts- und kontrollfähigen Persönlichkeiten entwickeln.[...] richtet sich nicht gegen Autorität, sondern nur gegen die unnötige Unterdrückung der Selbstentfaltung des Kindes,..." (1) ,da geht doch jedem das Herz auf! Denn schließlich soll sich ja mein Kind selbst entfalten und sein Genie ausleben, schon in frühen Jahren! Wie schon Dietmar Wischmeyer sagte: "... warum kann Lisa nicht still sitzen und nukelt den eigenen Kot vom Finger? Mag's daran liegen das die Eltern hackebreit mit Schürhaken aufeinander losgehen? Nene,[...] Lisa ist ein motorisch hochtalentiertes Mädchen das die Grenzen des bürgerlichen Reinlichkeitstermus via Intelligenz überwunden hat." (2), aber ich schweife ab.
Mit diesen einlullenden und zuckersüß klingenden Worten greift nun das Lauffeuer der neuen Erziehungsmethode um sich. Doch mal ganz ehrlich was bringt es uns?
Die Kinder kommen nach sechs Jahre langem Weichspülprogramm der Erziehung in die Schule und fragen allmählich, warum ich denn bitte auf diesen Typen da vorne hören soll, auf meine Eltern tu ich es ja auch nicht. So kommt es das ich selbst mit ansehen konnte, wie Kinder der 3. und 4. Klasse ihre Lehrerin als Fotze oder Hure bezeichnen. Und wer kann es ihnen verübeln, denn sie wissen nicht was eine Autorität ist, sie wissen nicht was Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme sind, woher denn auch? Und woher der kleine Justin Kevin Anton denn später wissen das, wenn er mit 18 Jahren jemanden krankenhausreif zusammenschlägt, weil er seinen Lolli nicht bekommen hat, ins Gefängnis muss? Aber hauptsache die lieben Eltern sagen immer lieb "bitte", wenn sie wollen das ihr Kind etwas nicht macht, schreiten nicht zur Tat und zeigen ihren Kindern nicht das es Konsequenzen für unrechtes Handeln gibt – Naja wenn man mal davon absieht, dass das Gelaber schon ganz schöne Folter ist.

Dem Kind Raum zum entfalten seiner Persönlichkeit zu geben und mit einem gesunden Menschenverstand heranwachsen zu lassen ist eine Sache, aber die Kinder zu kleinen respektlosen Anarchisten zu erziehen, eine andere.

regards,
Reygh.

Quellen:

Dienstag, 7. Juni 2011

On the other end: Warum Multiplayer-Online-Games an ihren Spielern scheitern - von Ray Katzon

G'Day,
heute präsentiere ich euch einmal geistige Ergüsse eines Gastautors in diesem Blog. Der Name des Blogeintrages ist, wie ihr sehr schnell mitkriegen werdet, Programm und es liegt mir fern dem guten RayKatzon vorzugreifen. Lest es selbst und mach euch ein Bild. Also viel Spaß bei „On the other end: Warum Multiplayer-Online-Games an ihren Spielern scheitern“ - Read&Enjoy:
Multiplayer-Online-Games... Unendliche Weiten... Shooter, RPGs, Rennspiele... Es gibt sie in allen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen. Jeder, der sich Zocker nennt, hat sicherlich schon einmal eins gespielt. An sich ist der Gedanke nicht schlecht: Es spricht eine große Zielgruppe an, miteinander (oder auch gegeneinander) zu interagieren und soll anders als normale Offline-Spiele "sozial" sein .
Doch hier geht die Rechnung nicht auf. Sozial? Was versteht man unter sozial? Ich will euch nicht mit drögen Definitionen langweilen, deshalb werde ich meinen Begriff von sozial erklären. Sozial ist für mich eine Art Kodex, der das angenehme Miteinander zwischen Menschen gewährleistet, den Schwachen zu helfen und die Starken zu respektieren. Auch Höflichkeit und Einsicht gehören dazu, egal, zu welche Seite man nun gehört.
Versuchen wir dies nun auf ein "normales" MMO zu transferieren. Starten wir dazu, rein imaginär, ein Online-Spiel. Ich nehme hier einmal Call of Duty als Beispiel. Ein wirklich populärer Shooter, bekannt für seine etlichen Teile. Unsere Vorstellung, wenn das Spiel online "sozial" wäre, sähe etwa so aus: Teams, die gegeneinander kämpfen, sind sich einander bewusst, kämpfen wirklich als Team (und ich meine nicht 'Toll, Ein Anderer Macht's), beschützen die schlechteren Spieler und verneigen sich geistig vor wirklich guten Gegnern. Hier nun die Realität: Wild schreiende 14-Jährige, die jeden Anfänger sofort mit "Noob" beschimpfen, reine Einzelgänger-Aktionen sämtlicher Spieler und aufgeregte Gemüter nach eigenen Charakter-Tod. Ein Spezialfall? Es gibt noch weitere.
Wechseln wir nun das Genre: Strategie-Spiele. Hierfür habe ich das Spiel League of Legends (kurz LoL) ausgesucht. In einem Strategiespiel ist es wohl einfacher, anderen Spielern zu helfen, zusammen Taktiken zu entwickeln und wahres Können zu zeigen. Leider sehen das viele Spieler wohl anders: Teams kämpfen gegen sich selbst, "High-Level"-Spieler geben ihren eigenen Mitspielern die Schuld an einer verlorenen Runde und der Chat füllt sich regelmäßig mit wilden Beleidigungen.
"Aber Ray," werdet ihr jetzt vielleicht sagen, "du kannst doch das wahre Leben doch nicht auf ein MMO transferieren. Es ist doch schließlich nur ein Spiel." Ja genau. Es ist NUR ein SPIEL. Das heißt nicht, dass man aufgrund seiner Anonymität und physischer Sicherheit vor anderen Spielern sich wie ein Prollo benehmen muss. Außerdem will ich auch gar nicht sagen, dass alle Spiele bzw. alle Spieler davon betroffen sind. Es gibt Wege, dass Online-Erlebnis (zumindest für sich persönlich) erheblich zu verbessern.
Wie du mir, so ich dir. Dieses Sprichwort, richtig umgesetzt, kann Wunder wirken. Ich meine damit allerdings nicht, dass nur weil ihr freundlich zu euren Mitspielern seit, diese auch so zu euch sind. Viele Spieler bilden Clans mit ihren eigenen Regeln und Ordnungen. Auch Leute, die man persönlich kennt, eignen sich perfekt für ein angenehmes Zusammenspiel, egal ob mit- oder gegeneinander. Die Spieler, mit denen man spielt, zu kennen, sie vorher kennen gelernt zu haben und ein wirkliches Gemeinschaftsgefühl entwickelt zu haben, ist das Maximum an Sozialität (und auch Spaß!), das man in einem Online-Spiel erreichen kann.
Leider funktioniert das nur in seltenen Einzelfällen bei zufällig zusammen geworfenen Spielen. Aber wenn man selbst "sozial" ist, man sich gut mit Leuten versteht und schnell Verbindungen knüpft, sollte das Online-Erlebnis perfekt sein.
Viel Spaß beim kennenlernen & zusammen zocken wünscht euch
Ray Katz

Donnerstag, 19. Mai 2011

Glücklich. [Kurzgeschichte]

G'Day,

diesmal habe ich mich an einer kleinen Kurzgeschichte versucht, deren Schreibstil mal etwas anders sein soll. Es ist einfach ein kleines Experiment und ich hatte mal Lust drauf. Viel Spaß beim lesen:

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Glücklich.

Es war spät in der Nacht – Er vernahm das Geräusch, dann sprang er instinktiv und nahezu mit mechanischer Präzision auf und zog sich an, er gab seiner Frau keinen Kuss, das tat er nie, wenn ihn das schrille Geräusch weckte – Es war bei weitem nicht das erste mal. Nachdem er den Flur durchquert hatte, rannte er aus der Tür und zog sie hinter sich zu. Kurz darauf gab er Gas und raste, in seinem Auto in die regnerische Nacht hinein. Auf dem Hof angekommen parkte er eilig – er war natürlich nicht der erste – steig aus und jagte durch die Nässe die vom Himmel auf ihn herein brach zum Eingang.
Drinnen zog er sich nochmals an, obwohl er vorher auch schon was an hatte. Er hetzte wieder aus dem Haus und wartete mit den Anderen vor der Tür und im Regen. Ein großes der vielen Fahrzeuge in den Fahrzeughallen fuhr hinaus – sie steigen ein – er auf seinen Platz – sein Mann auf seinen Platz – der Rest auf die anderen Plätze. "Voll?" - fragte eine Stimme aus der Fahrerkabine – "Voll!", ertönte die Antwort aus den müden Kehlen der Mitfahrer – mehr genuschelt als gesagt – doch er war hellwach, trotz das er vor wenigen Minuten aus seiner Tiefschlafphase gerissen wurde. Der Fahrer gab Gas und auf den Gebäuden neben der Straße wurden Lichtblitze widergespiegelt – sie waren blau.
Die Faust in seiner Brust ballte sich zusammen, lies wieder los, ballte sich wieder zusammen und lies wieder los, sehr schnell und pumpte damit unaufhörlich den stressbedingte, biochemischen Botenstoff, vermischt mit der regulären Körperflüssigkeit durch sein inneres System, der die Faust noch schneller arbeiten lies. Ein leichtes Zittern machte sich in ihm breit, als er begann – wie ihm befohlen wurde – die schweren Flaschen auf seinen Rücken zu befestigen. Er zerrte an den Gurten und Riemen, er prüfte Ventile und die Anzeige des Barometers – alles in Ordnung, er prüfte trotzdem nochmals. Seltsamerweise beruhigte ihn das eher bedrohliche Singsang von draußen, der sich immer wiederholenden Tonfolge a'-d", welches die meisten eher aufschrecken lies.
Kurz bevor sie da waren stülpten er und sein Mann sich die Masken über das Gesicht und saßen ab vom Fahrzeug. Ein kurzes Schaudern fuhr ihm durch den Körper als er das bedrohliche Schauspiel sah, wegen dem sie alle hier waren – Hinter ein paar Straßenecken hörte er noch mehr Singsang der a'-d“ -Tonfolge, welches schnell näher kam – Viele andere waren ebenfalls unterwegs.
Fast alle Fenster des vierten und fünften Stockwerkes des Gebäudes sahen aus, als würden lange, rot-gelbe Finger nach der Luft außerhalb des Hauses greifen und aus dem Dach quollen tiefschwarze, scheinbar endlose, Säulen in den Himmel. Kurz bevor er den Schlauch an die Maske anschloss, roch er die verbrannte und stickige Luft.
Er und sein Mann schnappten sich was sie brauchten, nachdem er sich das kleine, schwarze Kommunikationsgerät in die Brusttasche seiner Jacke gesteckt hatte, warf er sich einen Beutel um die Schulter, welcher eine lange Leine enthielt. Beide stapften schweren Schrittes zum Hauseingang aus dem ebenfalls schwarze, undurchsichtige Masse quoll – sie betraten die Dunkelheit, die wohl in diesem Augenblick die Hölle auf Erden sein mochte.
Das Ziel war ihnen genausten bekannt und sie tasteten sich Stück für Stück durch das Treppenhaus nach oben ins Zielstockwerk – das Fünfte – um dort ihrer Aufgabe nachzugehen. Auf der Höhe des vierten Stockwerkes war es bereits unsäglich heiß und das Mauerwerk um sie herum schien zu glühen, auch wenn sie es nicht sehen konnte. Dafür hörten sie alles. Das Knistern, das Krachen, der unregelmäßige Sog der an ihnen zerrte und die verzerrten, kratzigen Stimmen aus dem Kommunikationsgerät in seiner Jackentasche. Die Treppe war überwiegend aus Holz und das machte ihm Angst, doch er schluckte sie herunter und sein Mann bearbeitete die Treppe hinter sich mit Wasser um sie zu kühlen. Sie versuchten alles so professionell und nach Vorschrift wie es ihnen möglich war zu machen, doch sie durften keine Zeit verlieren. Er ahnte, dass sie durch diese Treppe nicht mehr nach unten kommen werden.
"Verdammt das machst du nicht zum ersten mal.", beruhigte er sich in Gedanken und sie krochen weiter, so nahm am Boden wie möglich. Treppenstufen knarrten unter ihnen, als wollen sie sich über ihr schweres Gewicht beklagen.
Im fünften Stock angekommen, machte man eine kurze Meldung: "Sind jetzt im fünften Stock – beginnen mit der Suche." - doch die Suche sollte nicht lange dauern.
Wie erwartet, schien hier oben wahrlich die Hölle los gebrochen zu sein und nachdem der Flur notdürftig von den züngelnden, peitschenden, rot-gelben Fingern befreit war – zumindest so das man ihn passieren konnte – machten sie sich an der Tür in den ersten Raum zu schaffen. Als das Schloss endlich nachgab betraten sie den einzigen wohl nicht völlig schwarzen Raum des fünften Stockwerkes. Dennoch, die sengende Hitze von Oben, Unten und allen Seiten war auch hier präsent. Beide schwenkten den Blick durch den Raum, entdeckten aber nicht was sie suchten. Bis sein Mann auf eine Tür zeigte, die wie die Tür eines begehbaren Schrankes aussah. So schnell es möglich war, krochen sie zu der Tür – Nebenbei sprühte sein Mann immer wieder Wasser durch den Raum um die Wände ein wenig zu kühlen, doch es half nichts. Vor der Öffnung griff er kurz in seine Tasche und zog eine kleine Haube heraus, die Ähnlichkeit mit einer Gasmaske hatte – dann öffneten sie die Tür.
Das kleine Mädchen weinte, welches sich hinter der Tür verbarg, weinte und erschrak als sie die zwei unheimlichen Gestalten sah, die ihr Versteck entlarvten. Beide versuchen so beruhigend die möglich durch ihre Masken drein zu schauen und stülpten dem Mädchen die Haube über – Sie weinte in Panik verfallen nicht heftiger, doch die er und sein Mann zerrten sie zum Fenster. Ein Schlag mit der dem kleinen stählernen Keil, der an einem Schaft befestigt war und bis eben noch an seinem Gürtel hing, ließ das Fenster zerschellen und die Splitter auf die Straße nieder rieseln.
Ein lautes Krachen welches aus dem Flur kam lies nichts Gutes vermuten. Diese verdammten rot gelben Finger schienen wieder im Flur zu sein und nun versuchten diese um die Tür herum in den Raum zu greifen. "Scheiße", rief sein Mann, der verzweifelt versuchte die Finger fern zu halten – doch es gelang ihm nicht. In der letzten Verzweiflung nahm er seine Wasserauswurfsvorrichtung, war sie in den Flur und schloss die Tür. Das letzte was er vom Flur draußen sah, war, das dort kein Flur mehr war. Etwas Ruhe kehrte ein.
"Erstes Fenster, links von Treppenhaus, Person gefunden, wo bleibt die Leiter?", fragte er und die knisternde verzerrte Stimme antwortet: "Steht im Stau, kommt nicht durch, es dauert noch.". Er wusste was das bedeutete und begannt das Seil aus dem Beutel zu holen. Er gab es seinem Mann und der suchte eine Befestigungsmöglichkeit. Er suchte und suchte, schließlich blieb sein Blick am Heizkörper haften. Er befand sich an der Wand, welche zum Flur grenzte, genau gegenüber des Fensters. Verdammt war es heiß hier. Er schaute kurz auf das Mädchen welches schluchzend Schutz bei ihm suchte, er sah wie sich ihre Haut in der Hitze verfärbte und begann so gleich sie in eine Thermodecke einzuwickeln. Nachdem sein Mann ihm signalisiert hatte, dass die Leine fest war, begann er das Mädchen mit ein paar akribisch geübten Handgriffen so einzubinden, das man Sie abseilen konnte und befestigte an seinem Gürtel den Knoten für die Seilführung. Zum Schluss sicherte er sich selbst.
"Bereit machen, seilen Person jetzt ab.", sprach er in sein Kommunikationsgerät und ein "Verstande.", krächzte als Antwort. Er schaute das Mädchen eindringlich durch seine und ihre Maske an: "Breite die Arme aus und spreize die Beine bist du unten bist! Das ist sehr wichtig!", schrie er durch die Maske, so das sie ihn auch hören könnte – sie nickte – "Wir holen dich hier aus!", fügte er an, dann setzte er sie auf das Fensterbrett – sie war zum Glück sehr leicht. Ein kurzer Blick auf die Straße zeigte ihm das die Anderen auf der Straße gut daran zu tun hatten das Gebäude mit Wasser zu bearbeiten.
Ein fester Griff unter die Achseln des Mädchens und er lies sie langsam herunter, bis er los lies und sie nur noch am Seil hing – sie tat wie er es ihr gesagt hatte – darüber war er froh denn die meisten waren viel zu panisch in solchen Situationen. Die Faust in ihm wurde immer angespannter. "Das Leben des Mädchens hängt an mir.", dachte er sich und versuchte sie so perfekt wie möglich nach unten zu lassen – hoffentlich hält der Heizkörper.
Nach wenigen Sekunden – die ihm wie Minuten vorkamen – war sie endlich unten und ihre Eltern rannten erleichtert zu ihr um sie zu umarmen. Noch mehr Lärm drang aus dem Flur, als würden Fäuste gegen die Tür hämmern. "LASST UNS REIN!", schrien sie den beiden Männern zu. Nun stand sein Mann neben ihm. Sie tauschten vielsagende Blicke und er nickte seinem Mann kurz zu, worauf dieser sich nun selbst mit seinem Gürtel in das Seil einband.
"LASST UNS REIN!".
Der Mann kletterte aus dem Fenster und lies sich langsam nach unten gleiten, in Richtung rettendem Boden.
"LASST UNS REIN!".
Der Heizkörper knarrte und die Rohre Bogen sich stark – "Verdammt die sind sicher schon extrem heiß.", dachte er sich. Noch ein paar Meter.
"LASST UNS REIN!".
Zwei Meter bevor sein Mann Boden unter den Füßen hatte, gellte ein ohrenbetäubender Knall hinter ihm. Er wollte sich gerade umdrehen, als das Seil an ihm vorbei und aus dem Fenster rauschte, dicht gefolgt von einem Heizungsrohr, welches seine eigentlich schützende Kopfbedeckung seitlich traf.
Nun waren sie drin.
Ihm schwirrte der Kopf als er die Augen wieder öffnete und aus dem Kommunikationsgerät tönten immer wieder die verzerrten Stimmen. Auf dem Boden liegend spähte er zur Wand, wo sich der Heizkörper befand sich sie war nicht mehr. Er erhob sich taumelnd und versuchte zum Fenster zu gehen. Ein Schritt – weiter kam er nicht, der Boden unter ihm schien plötzlich aufzuhören zu existieren und er stürzte in den Raum unter ihm, im vierten Stockwerk. Glühender Schutt lag über ihm, wie eine warme Decke im Winter. Doch diese Decke war nicht warm, die war heiß. Er spürte wie seine Jacke und die Hose der Hitze nachgaben.
Er hätte das Spektakel über sich fast schon als schön bezeichnen wollen. Das Meer aus rot-gelben Wogen und Wellen, die vielen Tausenden Glühwürmchen die durch die Luft, durch das Loch im Dach gen Himmel flogen. Er hatte nicht viel Zeit das Schauspiel zu bewundern, denn ein Dachbalken löste sich mit lautem Knacken und sauste hinab. Er schloss die Augen – sein Leben zog nicht an ihm vorbei – und trotz der brutalen Hitze, trotz des glühenden Schutts auf ihm, wurde ihm kalt, so unendlich Kalt.
Er lächelte, denn er wusste, er hatte Gutes getan.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Nachts schlafen die Brandmelder nicht.

4:34 Uhr - wir schlafen, alle samt. Träumen von schönen Dinge, von Schlechten Dingen - wer weiß? Alles ist dunkel, sowie auch mein Zimmer. In Dunkelheit gehüllt nur das schwache, gelbe Licht meiner Ladestation für den Funkmeldeempfänger leuchtend - kaum zu erkenne - aber ich schlafe eh. Doch dann, ein schriller hoher Ton erklingt und ohne das ich diesen Ton wirklich realisiere, bin ich bereits dabei mir die Hose anzuziehen - mein Alarmempfänger! Ohne zu wissen was es eigentlich ist habe ich die wohl sortierten Sachen angezogen und trotzdem das Hemd falsch herum an und keine Socken, nehme den Pieper von der Ladestation, drücke auf den gelben Knopf und lausche, beim anziehen der Jacke, dem Funkspruch. Ich öffne die Haustür und sprinte hinaus in die Nacht. Ich fühle mich hellwach, trotz das ich eben aus der Tiefschlafphase gerissen wurde.
Wenige Sekunden später sehe ich das Auto eines Kameraden, er hält an und nimmt mich mit. Im Gerätehaus ziehe ich schleunigst meine Schutzausrüstung an und steige ins Fahrzeug auf den Platz des Angriffstruppmann. Mein Truppführer und ich rüsten uns während der Fahrt mit der Atemschutzausrüstung an und überprüfen alles. Wir sind auf alles gefasst – mein Herz rast.
~Einsatz~
5:30 Uhr - Einsatzende, um 6:00 Uhr lag ich wieder im Bett. Was war los? Einfach nur ein Brandmelder in einem Hotel, der grundlos Alarm schlug. Klar könnte ich mich jetzt ärgern, weil ich umsonst aus meinem Schlaf gerissen wurde und in einer halben Stunde eh wieder aufstehe, aber ich tue es nicht! Wieso? - Weil ich mich so entschieden habe, so und nicht anders!